Wettbewerbsdruck bei Festgeld mit guten Zinsen
Bei der ING-Diba macht sich der Wettbewerbsdruck aufgrund von Billiganbietern bemerkbar
Wenn man bedenkt, dass sich die ING-Diba Direktbank seinerzeit auch hinsichtlich der Bankenentwicklung hierzulande mit den von ihr offerierten Tagesgeldkonten einen Namen machte, so macht sich aktuell hingegen ein immer größer werdender Konkurrenzkampf um die private Kundschaft bemerkbar. Man kann sagen, dass das rapide Wachstum der Frankfurter ING-Diba am Markt derzeit eher stagniert. Dieses ist nicht nur im Zusammenhang mit der Neukundengewinnung, sondern auch bei den erzielten Gewinnen deutlich spürbar. Laut Vorstands-Chef Tellings würde sich dieser Zustand wohl auch in diesem Geschäftsjahr nicht wesentlich ändern, denn dass der Margendruck sich verringere, sei mitnichten zu erwarten. Erst Anfang diesen Monats wurden jedoch mit dem indischen ICICI sowie der VW-Bank innovative Produkte am Markt veröffentlicht.
Diesbezüglich werden Neukunden 4,75 Prozent, bzw. 4,8 Prozent geboten, wobei hier erwähnt werden sollte, dass der Tagesgeldsatz bei der Frankfurter Direktbank lediglich 3,25 Prozent beträgt. Tellings erklärte demzufolge, dass sicherlich auch er bei der Neukundengewinnung „offensiv“ agieren könne, jedoch sei dieses den bestehenden Kunden gegenüber in keiner Weise als fair zu bezeichnen. In seinem Statement ließ er die Frage hinsichtlich der Chancen für eine mögliche steigende Verzinsung unbeantwortet.
Seinen Kunden aus dem Bereich der Baufinanzierung teilte er mit, dass die ING-Diba keinerlei Kredite veräußere, welche „nach Plan bedient werden“, sondern lediglich für den Fall, dass das Kreditinstitut sein Kapital nicht zurückerhalte, könne dieses in Erwägung gezogen werden. Dieser Aussage vorausgegangen waren die Bedenken einiger Kunden und Interessenten aufgrund von Debatten bezüglich einer eventuellen Veräußerung von Krediten.
In diesem Jahr soll nunmehr ein stärkeres Augenmerk auf den Bereich des Girokontos gelegt werden. Bedingt durch die Anfragen zahlreicher, langjähriger Kunden wird demnach den Verbrauchern etwa seit Herbst letzten Jahres seitens der ING-Diba ein entsprechendes Gratispaket angeboten. Dieses Angebot ließ die Zahl der Neukunden von 147.000 auf sage und schreibe rund 310.000 ansteigen. Neue Marketingstrategien veranlassen jetzt auch den ING-Diba-Vorstandschef dazu, sich noch intensiver im die Gewinnung neuer Kunden zu bemühen. Des Weiteren wird nun auch laut über das „Big Business“ mit Zertifikaten nachgedacht.
Im Gegensatz zum Jahr 2006, in dem 600.000 Neukunden verzeichnet worden waren, verhielt es sich so, dass die ING-Diba im Jahr darauf 480.000 neue Kunden zählte. Aus diesem Grunde äußerte Tellings den Wunsch, dass im Jahr 2008 weitere 480.000 Kunden das Angebot der ING-Diba nutzen würden. Der gesamte Kundenbestand umfasst übrigens rund sechseinhalb Millionen Nutzer - sowohl in Deutschland, als auch in Österreich. Der Gewinn hingegen würde sich wohl kaum weiter steigern lassen, denn im Jahre 2007 stieg er - im Gegensatz zum Vorjahr, als der Satz 44 Prozent betrug - auf nahezu 470 Millionen Euro an. (sprich: um einundzwanzig Prozentpunkte)
